Archiv für Juli 2009

Physikstudenten …

Sonntag, 19. Juli 2009

Es gibt da eine ganze besonderes Spezies, ja, es ist eine Spezies für sich, denn Physikstudenten sind einfach unvergleichbar, die passen zu gar nichts, vor allem nicht zu Sinn und Verstand.

Was würden Sie machen, wenn in ultimativer Nähe ein schöner Park wäre, mit saftigen, grünen Wiesen, mit Grillplätzen und mit Beachvolleyballfeldern? Wenn Sie dort hingehen, sind die ein Mensch. Wenn Sie auf dem Parktplatz vor der Fakultät sich den Ball hin- und herknallen, sodass es weithin scheppert, dann sind Sie Physikstudent.

Was würden Sie machen, wenn Sie eine kleine Party veranstalten wollen und über einen Garten samt Laube in einer hübschen Kleingartenanlage verfügen? Wenn Sie diese nutzen würden, dann wären Sie ein Mensch. Wenn Sie aber direkt vor der Fakultät, auf einem 5m breiten Rasenstreifen feiern, dann sind Sie Physikerstudent.

Was, wenn zu Ihnen ein Vertreter des Studentenwerkes kommen würde, der Sie darauf hinweist, dass die Musikanlage extrem laut is und es zwischen 2 hässliche, großen Gebäuse heftig hin- und herschallt, wenn Sie sich mit diesm Vertreter auf 50cm Entfernung nur schreiend “unterhalten” können, weil es eben so laut ist? Wenn Sie die Anlage drosseln würden, wären Sie ein Mensch. Wenn Sie sagen würden “Nee, sind wir nicht, kommt vom Wohnheim.”, dann sind Sie ein Physikerstudent.

Was, wenn Sie sagen würden, dass ab 22:00 die Musik auf Normalniveau gedrosselt werden würde? Tja, wenn Sie dies täten, wären sie ein Mensch, wenn Sie das nicht tun, sind Sie Physikstudent.

Was verstehen Sie unter einer “Party”? Grillen? Hintergrundbeschallung? Angenehme Gespräche? Weizenkaltschale schlürfen? Vll. einen Cocktail? Das ganze in netter Atmosphäre? Ja? Nunja, ich auch. Wenn Sie sich aber auf unbequeme Stahlgitterbänken sitzen, die keine 10m von der Fakultät, in der Sie täglich x Stunden hocken, entfernt sind und den Subwoofer voll aufdrehen, brüllend Flaschen rumwerfen, ja dann sind Sie Physikstudent.

Wenn Sie im Studentenclub feiern, samt Grill und allerlei köstlichen Getränken, sind Sie ein Mensch. Wenn Sie stattdessen 10m weggehen, am Eingang zu einem grpßen Wohnheim rumlungern, alles vollräuchern, hunderte Zigarettenkippen auf den Boden werfen, nicht den Aschenbecher in 80cm Entfernung nutzen, Billigbier saufen, Flaschen zerdeppern, rumgröhlen – japp, dann sind Sie Physikkstudent.

MFG “Physik zu studieren macht doooof!” IVI

Studenten …

Mittwoch, 15. Juli 2009

Viele Mitglieder der “angehenden Elite” erwecken bei mir so gar keinen guten Eindruck.
Wenn man Studi ist, hat man ja mindestens mal das Abitur, also 12 Jahre Schule hinter sich, erfolgreich abgeschlossen, das “Denken” sollte einem daher nicht fremd sein, doch beim Konjunktiv bleibt es leider sehr sehr oft.

Die Deckel von Müllcontainern zumachen, damit es nicht reinregnet? Ach, wozu denn?
Nicht nachts um 2 lautstark am Fahrradständer vorm Wohnheim über Fußball diskutieren? Wann sonst?
Grafitti an die Hauswände? Ja, das muss natürlich sein.
In die Wände der Waschküche dumme Sprüche ritzen? Aber natürlich!
Aus dem Fahrradkeller Räder klauen? Na logo!
Auf einem Parkplatz Volleyball spielen, wo doch der tolle Park samt passenden Plätzen nur 50m entfernt ist? Viel zu weit!
Werbung im Briefkastenraum durch die Gegend schmeißen? Ja nur so geht’s!
In der Prüfungszeit nach Mitternacht Böller und Raketen aufs Wohnheim abfeuern? Spaß muss sein!
Sagen, man wäre nicht laut, dabei aber Schreien müssen, weil die Anlage auf Vollgas läuft? Logik rockt!
Morgens um 4 den Glascontainer füllen? Muss sein!
Kühlschrank im Partyraum ausschalten, wenn er nicht benutzt wird? Warum denn?
Auf einem Umfragebogen zur Wasser-Quali bei “Zimmer” die Hausnummer eintragen? Na was denn sonst?
Kollegen nach Kontaktadresse des Studentenclubs fragen, statt einfach 3 Etagen runter zum Club zu gehen? Wo ist das Prob?
In die Bio-Tonne Tetrapaks schmeißen? Ach, das ist nicht Bio?
Braunes Glas in den Weißglascontainer werfen? Bissle Farbe tut immer gut!
2 Monate den “Bitte entfernen”-Sticker auf dem Schrottrad ignorieren und dann meckern, wenn das Rad verschrottet wurde? Jaaa!
Sich wundern, warum sich Nachbarn beschweren, weil man auf einer peruanischen Kistentrommel (!) übt? Unklar, ey!
Als Austauschstudent als allererstes einen Subwoofer kaufen? Na, man muss Prioritäten setzen!
Jeden Monat wegen Überschreitung des Traffic-Limits gesperrt werden? Es sind doch nur 20GB, heul!
Trotz dutzender Verbotschilder das Treppenhaus zuquarzen? Verbotsschilder? Wo?
Leere Flaschen aus dem Fenster werfen. Nennt sich “Recycling”!

Ich wiederhole nochmal: es handelt sich hier nicht um “Assis”, es handelt sich um Studenten …

MFG IVI

Chemiestudenten …

Mittwoch, 08. Juli 2009

Es gibt in der Leipziger Studentenclublandschaft einen Club, der schon über 25 existiert, der ein Klassiker ist, ein gemütlicher Ort, wo ich viele schöne Abende verbracht habe, dessen Personal ich seit langem kenne und wo eigentlich (fast) immer alles glatt lief. Doch die junge Besatzung steuert das alten Schiff gen Skylla und Charybdis.

Mitte Mai wurde in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk eine Wohnheim-Party veranstaltet, es gab Gutscheine für Neueingezogene, es gab eine Tombola, Leckeres vom Grill und alkoholische Flüssigkeiten in Mengen. Da nun natürlich die Lärmschutzbestimmungen beachtet werden sollten, wurde gesagt: “Klar, ab 22 Uhr machen wir leiser”. Um kurz nach halb 1 wandelte ich zum Veranstalter und machte ihn auf sein Versprechen aufmerksam.  Sogleich fing er an zu jammern, dass die Party doch auch fürs Wohnheim wäre, dass ihn die Beschwerden ankotzen würden, dass es doch nur ein mal im Jahr vorkommen würde und überhaupt, der Club mache ja so viel fürs Wohnheim. Wie so üblich waren zu dieser Zeit nur noch die Stammgäste da, alle natürlich gut abgefüllt, die Clubmitgliede ebenso, laut am Gröhlen, die Musik machte Unterhaltungen auf mehr als 50cm Distanz unmöglich- kein Wunder also, dass es Beschwerden gb und kaum ein Wohnheimler Bock hatte, die Veranstaltung zu besuchen, auch weil ein simples Steak in Toastbrot 2€ kostete (EK = 70 Cent).

Es dauerte nicht lang, da veranstaltete der Club zusammen mit der Fakultät eine abermalige Party. Das Schema wurde beibehalten, nur eben ohne Gutscheine und Tombola, also  nur mit Saufen und Fressen, dafür aber mit einer noch lauteren Anlage. Von mittags halb 2 bis nachts um 2 ging die “Party”, natürlich wieder mit Gröhlen, Alkoholleichen und vielen Beschwerden. Die Unterhaltungsdistanz lag bei geschätzten 10cm.

Wiederum vergingen nur wenige Wochen und es fand eine Doktorantenfeier statt, direkt im und am Club. Die Lautstärke war abermals mehr als  unangenehm und als halb 1 Uhr nachts Blitzknalle flogen undSilvesterraketen abhoben, auf Fensterbrettern des WHs explodierten, rief ich die Polizei an. Ich war nicht der erste oder einzige, der dies tat, dennoch erschien die Polizei nicht. Bis halb 3 wurde heftig gefeiert.

Eine Woche später feierte ein Doktorant eine Privatparty im und am Club, bis zu 30 Gäste waren da, des nächstens halb 3 schlurfte ich hinaus und beschwerte mich nachdrücklich. Es war kein einziges Clubmitglied da, die waren auf Sauftour, pardon “Clubfahrt”.

Die beim StWL eingegangenen Beschwerden und Schilderungen sorgten schnell für einen bösen Brief, die Stellungnahme des Clubchefs zeugteaber nicht von Einsicht, sondern von einem Igoranzniveau unglaublicher Höhe. Ihm seien keine Beschwerden bekannt, es würde alles normal laufen. Also wenn man denkt, dass Silvesterfeuerwerk, welches am WH gezündet wird, eine Soundanlage, die weithin über die Party hinaus zu hören ist und bis weit nach Mitternacht gröhlende Stammgäste “normal” sind, dann sorgt man sich natürlich um den Geisteszustand der Verantwortlichen.

Seit letztem Jahr spart der Club einen ganzen Haufen Geld, weil das StWL viele Kosten übernimmt. Die Verkaufspreise des Clubs steigen permanent, der Alkohollevel der Mitglieder, auch des Ausschankes, wird ganz bewusst und permanent in unschöne Höhen getrieben. Der Club hat nicht einen Cent fürs WH gesponsored, tut aber doch sooo viel für die über 400 Mieter.

Am gestrigen Abend wurde nun zum x-ten Male bis weit nach Mitternacht rumgelärmt, Anwohner beschwerten sich über die Lärm- und Geruchsbelästigung (Grill, Rauch, Gras) und was wetten Sie, dass die Clubmitglieder samt Chef, der eh in einer eigenen Sphäre schwebt, von nix wissen werden? Früher gab es mal die Regel, dass jeder nur ein Jahr Chef, Kasse und Lager spielt, aber da der Lagerchef regelmäßig im Lager nächtigt, vom PC, samt Bier, bleibt er Chef, über Jahre hinweg. Die alte Besatzung unterhält nur noch Minimalkontakte zu neue, lässt sich kaum mehr sehen, viele ältere Semester reiben sich verwundert die Augen,was beim Club so “abgeht” und ich … tja, ich habe wieder was gelernt: lass nie im Geiste infantile ans Steuer eines Traditionskahns.

MFG IVI