{"id":47,"date":"2009-07-08T12:07:07","date_gmt":"2009-07-08T10:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.marokratie.de\/?p=47"},"modified":"2009-07-08T12:07:07","modified_gmt":"2009-07-08T10:07:07","slug":"chemiestudenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marokratie.de\/?p=47","title":{"rendered":"Chemiestudenten &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt in der Leipziger Studentenclublandschaft einen Club, der schon \u00fcber 25 existiert, der ein Klassiker ist, ein gem\u00fctlicher Ort, wo ich viele sch\u00f6ne Abende verbracht habe, dessen Personal ich seit langem kenne und wo eigentlich (fast) immer alles glatt lief. Doch die junge Besatzung steuert das alten Schiff gen Skylla und Charybdis.<\/p>\n<p>Mitte Mai wurde in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk eine Wohnheim-Party veranstaltet, es gab Gutscheine f\u00fcr Neueingezogene, es gab eine Tombola, Leckeres vom Grill und alkoholische Fl\u00fcssigkeiten in Mengen. Da nun nat\u00fcrlich die L\u00e4rmschutzbestimmungen beachtet werden sollten, wurde gesagt: &#8222;Klar, ab 22 Uhr machen wir leiser&#8220;. Um kurz nach halb 1 wandelte ich zum Veranstalter und machte ihn auf sein Versprechen aufmerksam.\u00a0 Sogleich fing er an zu jammern, dass die Party doch auch f\u00fcrs Wohnheim w\u00e4re, dass ihn die Beschwerden ankotzen w\u00fcrden, dass es doch nur ein mal im Jahr vorkommen w\u00fcrde und \u00fcberhaupt, der Club mache ja so viel f\u00fcrs Wohnheim. Wie so \u00fcblich waren zu dieser Zeit nur noch die Stammg\u00e4ste da, alle nat\u00fcrlich gut abgef\u00fcllt, die Clubmitgliede ebenso, laut am Gr\u00f6hlen, die Musik machte Unterhaltungen auf mehr als 50cm Distanz unm\u00f6glich- kein Wunder also, dass es Beschwerden gb und kaum ein Wohnheimler Bock hatte, die Veranstaltung zu besuchen, auch weil ein simples Steak in Toastbrot 2\u20ac kostete (EK = 70 Cent).<\/p>\n<p>Es dauerte nicht lang, da veranstaltete der Club zusammen mit der Fakult\u00e4t eine abermalige Party. Das Schema wurde beibehalten, nur eben ohne Gutscheine und Tombola, also\u00a0 nur mit Saufen und Fressen, daf\u00fcr aber mit einer noch lauteren Anlage. Von mittags halb 2 bis nachts um 2 ging die &#8222;Party&#8220;, nat\u00fcrlich wieder mit Gr\u00f6hlen, Alkoholleichen und vielen Beschwerden. Die Unterhaltungsdistanz lag bei gesch\u00e4tzten 10cm.<\/p>\n<p>Wiederum vergingen nur wenige Wochen und es fand eine Doktorantenfeier statt, direkt im und am Club. Die Lautst\u00e4rke war abermals mehr als\u00a0 unangenehm und als halb 1 Uhr nachts Blitzknalle flogen undSilvesterraketen abhoben, auf Fensterbrettern des WHs explodierten, rief ich die Polizei an. Ich war nicht der erste oder einzige, der dies tat, dennoch erschien die Polizei nicht. Bis halb 3 wurde heftig gefeiert.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter feierte ein Doktorant eine Privatparty im und am Club, bis zu 30 G\u00e4ste waren da, des n\u00e4chstens halb 3 schlurfte ich hinaus und beschwerte mich nachdr\u00fccklich. Es war kein einziges Clubmitglied da, die waren auf Sauftour, pardon &#8222;Clubfahrt&#8220;.<\/p>\n<p>Die beim StWL eingegangenen Beschwerden und Schilderungen sorgten schnell f\u00fcr einen b\u00f6sen Brief, die Stellungnahme des Clubchefs zeugteaber nicht von Einsicht, sondern von einem Igoranzniveau unglaublicher H\u00f6he. Ihm seien keine Beschwerden bekannt, es w\u00fcrde alles normal laufen. Also wenn man denkt, dass Silvesterfeuerwerk, welches am WH gez\u00fcndet wird, eine Soundanlage, die weithin \u00fcber die Party hinaus zu h\u00f6ren ist und bis weit nach Mitternacht gr\u00f6hlende Stammg\u00e4ste &#8222;normal&#8220; sind, dann sorgt man sich nat\u00fcrlich um den Geisteszustand der Verantwortlichen.<\/p>\n<p>Seit letztem Jahr spart der Club einen ganzen Haufen Geld, weil das StWL viele Kosten \u00fcbernimmt. Die Verkaufspreise des Clubs steigen permanent, der Alkohollevel der Mitglieder, auch des Ausschankes, wird ganz bewusst und permanent in unsch\u00f6ne H\u00f6hen getrieben. Der Club hat nicht einen Cent f\u00fcrs WH gesponsored, tut aber doch sooo viel f\u00fcr die \u00fcber 400 Mieter.<\/p>\n<p>Am gestrigen Abend wurde nun zum x-ten Male bis weit nach Mitternacht rumgel\u00e4rmt, Anwohner beschwerten sich \u00fcber die L\u00e4rm- und Geruchsbel\u00e4stigung (Grill, Rauch, Gras) und was wetten Sie, dass die Clubmitglieder samt Chef, der eh in einer eigenen Sph\u00e4re schwebt, von nix wissen werden? Fr\u00fcher gab es mal die Regel, dass jeder nur ein Jahr Chef, Kasse und Lager spielt, aber da der Lagerchef regelm\u00e4\u00dfig im Lager n\u00e4chtigt, vom PC, samt Bier, bleibt er Chef, \u00fcber Jahre hinweg. Die alte Besatzung unterh\u00e4lt nur noch Minimalkontakte zu neue, l\u00e4sst sich kaum mehr sehen, viele \u00e4ltere Semester reiben sich verwundert die Augen,was beim Club so &#8222;abgeht&#8220; und ich &#8230; tja, ich habe wieder was gelernt: lass nie im Geiste infantile ans Steuer eines Traditionskahns.<\/p>\n<p>MFG IVI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt in der Leipziger Studentenclublandschaft einen Club, der schon \u00fcber 25 existiert, der ein Klassiker ist, ein gem\u00fctlicher Ort, wo ich viele sch\u00f6ne Abende verbracht habe, dessen Personal ich <a href=\"https:\/\/www.marokratie.de\/?p=47\" class=\"more-link\">[&hellip;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"Layout":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/paSuge-L","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.marokratie.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}