MP3-Sticks und das leise bye bye

14. August 2010

Hach, erinnern wir uns zurück: vor rund einer Dekade kamen sie auf, die MP3-Player im USB-Stick-Format. Sie kamen daher mit 128 oder 256 MB, einem kleinen Display, einem geringen Gewicht und herrlich kompakten Maßen. Man bespielte sie, packte sie in die Brusttasche des Hemdes oder an eine Halskette, fertig. OK, sie waren lahm, USB 1.1 eben, aber bei 256 MB war das ja nicht wahnsinnig relevant.
Und heute? Sie haben 2 oder 4 GB, das reicht locker für eine Zugfahrt durch ganz Deutschland, sind aber immernoch extrem langsam. Ich sitze hier gerade mit einem “Renkforce S30″ (23€) vor den üblichen Benchmarks – und schüttle frustriert den Kopf. Der Player der Eigenmarke von “Conrad” kommt selbst in synthetischen Tests nicht über 5 MB/s be ider Schreib- und Lesegeschwindigkeit, das wäre ja noch passabel, in der Praxis aber versagt das hübsche kleine Ding: 1,1 MB/s – anno 2010 eine Zumutung! Selbst billige USB-Sticks erreichen 20 MB/s beim Lesen und wenigstens mal 6 oder 7 MB/s beim Schreiben – warum nicht auch die MP3-Sticks?

Man könnte jetzt natürlich sagen, dass man sich ja einen anderen Stick kaufen könnte, aber Intenso, Odys, Technaxx, Trekstore und Co. sind auch keine Offenbahrung, mal sind 2, mal 3 MB/s drin – für 3 oder 4 Alben seines persönlichen Lieblingsinterpreten in gescheiter Qualität werden also auch unter Optimalbedingungen 15 bis 20 Minuten gebraucht, um den S30 randvoll zu hauen gar eine geschlagene Stunde – das kann man nicht gutheißen.

Man könnte jetzt natürlich sagen, dass man sich ja einen anderen Player-Typ holen kaufen könnte, einen dieser unzähligen Würfel oder so einen mit einem Farbdisplay, aber diese Lieblingsspielzeuge der Teenager (achten Sie mal im ÖPNV darauf!) sind auch kaum schneller, zudem auch noch unpraktischer: Stromverbrauch & Gewicht sind wichtig Aspakte, das USB-Kabel empfinde ich als unnötig, und auf einem 4-cm-Display will ich mir weder Bilder noch Videos ansehen, ich will einfach nur MP3s hören. Praktische Aspekte zählen aber scheinbar bei den Herstellens und Konsumenten kaum noch, daher sterben die MP3-Sticks auch langsam aus. Vor Jahren hatten alle namhaften noch Sticks im Portfolio, heute bekommt man diese Oldies kaum noch, Samsung und Co. haben diesen Sektor den Low-Cost-Schmieden (Renkforce, NTP, Difrnce, Denver, Herllo Kitty-Schrott und Co.) überlassen – peinlich und ärgerlich!

Wer keinen iPod hat und auch keinen will, ist halt doof, oder wie?

MFG IVI

Wärme im Sommer? Na sowas!

15. Juli 2010

Kaum sind es draußen mal 35 °C,  fallen die Klimaanlagen in ICE-Zügen aus.
Kaum sind es draußen mal 35 °C,  schwitzen die Menschen auch im ÖPNV.
Kaum sind es draußen mal 35 °C,  sind Ventilatoren in Baumärkten restlos ausverkauft.
Kaum sind es draußen mal 35 °C,  schieben Krankentransporte und Notärzte Überschichten.

Man könnte glatt meinen, die Menschen des Informationszeitalters wüssten nicht, dass es im Sommer elendig heiß werden kann.

Sommer ’85: IVI brät auf Rügen, der Sand ist so heiß, dass man kaum auf ihm barfuß laufen kann.
Sommer ’88: IVI brät auf dem Balkon bei 35 °C im Schatten
Sommer ’91: IVI brät in der Sächsischen Schweiz bei 35°C im Schatten auf der Bastei.
Sommer ’99: IVI brät in seinem Auto im Stau, Schatten gibt’s nicht, runde 50 °C sind es im dunkelroten Renault.
Sommer ’03: IVI brät sechs Wochen am Stück.
Sommer ’06: IVI brät beim Public Viewing.
Sommer ’08: IVI brät natürlich mal wieder, besonders ungünstig, da Abschlussprüfungszeit ist.

Ist mein Gedächtnis nicht von den -20 °C des letzten Winters gefrostet wurden? Wohl aber das der meisten Menschen des Sommermärchen-Landes? Mein Running-Gag im Winter, wann immer es in Gesprächen um die tiefen Temperaturen gng, war folgende Aussage: “Ich habe extra beim meteorologischen Institut angerufen und die meinten doch tatsächlich, dass es im Winter “verdammt kalt” werden kann! Wahnsinn, oder?” Den Gag spare ich mir für den diesjährigen Sommer, weil ich einfach keine Lust mehr habe, die Menschen in irgendeiner Form darauf hinzuweisen, dass “Sonne” nun mal “Hitze” bedeutet. Was erwarten die BürgerInnen des Landes eigentlich? Pralle Sonne bei 25 °C und die Wassertemperaturen der Badeseen und Freibäden in der gleichen Region? “Es giert der Mensch nach Wärme, so er friert. Es giert Selbiger nach Abkühlung,  so der Schweiße läuft.”

Ich hab in den ’80ern schon in Autos gesessen, in denen es im Hochsommer fast 60 °C waren – warum sollte das heute anders sein? Noch dazu, da das Interieur ja schlauer Weise nur noch die Farben Schwarz, Anthrazit & Dunkelgrau kennt. Wo sind die silbernen Sitzbezüge? Wo die terracotta-farbenen Armaturenbretter? Wo die ocker-farbenen Lenkräder und die weißen Schaltknüppel? Wenn Sie komplett schwarz gekleidet durch die Mittagssonne laufen, sich dann über die Temperatur der Kleidung beschweren, zeigt man Ihnen zu Recht den Vogel. Wenn Sie in Bus und Bahn, in PKW und auf Parkbänken sich über die enormen Oberflächentemperaturen mokieren, stimmt man Ihnen mit Sicherheit deutlichst zu.

Letzten Montag wagte ich es, zu einem Baumark zu fahren, ein Standventilator mit Fernbedienung war Objekt meiner Begierde. Es waren flockige 36 °C im Schatten und über 50 in der Sonne – das war scheinbar auch der Klimaanlage im Bus der Leipziger Verkehrsbetriebe zu viel, denn wälzte nur noch die heiße Luft um, aus den zwo (!) angeklappten Fenster kam natürlich auch kein frischer Wind. Noch bevor ich an der Zielhaltstelle angekommen war,  verließ ich den Bus, um Luft ringend, setzte mich unter eine Kastanie und benützte intensiv meinen Aufklappfächer. Die kleinen Kinder, die älteren Damen und noch älteren Herren, die im Bus verbleiben mussten, hatten diese Möglichkeit nicht. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie die sich fühlen mussten. Bei Hitze wird mir einfach nur warm, Fächer & Tücher, dazu ein kühles Malzbier im Rücksack – nicht angenehm, aber ungefährlich. Zwar nervig, aber nicht kritisch. Kaltwasserspender im ÖPNV? Klappfächer im Corparate Design? Funktionierende Klimaanlagen? Zukunftsmusik! Wenn überhaupt, denn gespart werden muss überall – auch beim “Luxus-&-Comfort-Reisen” der Deutschen Bahn. Man sollte den kompletten Bahnvorstand mal in einem Hitze-ICE von Rostock nach Freiburg jagen und die LVB-Bosse mal in einem 50 °C-Bus von Probstheida nach Leutzsch. Wetten, dann würde sich etwas ändern?

MFG IVI

Tausche Hirn gegen Geld

01. Februar 2010

Letzten Montag verschlug es mich zu einem Bewerbungsgespräch nach Berlin, ich hatte ein Termin bei „Newi-Code e.V.“ und könnte dort Pharmareferent werden. Ja, ein lügender, menschenfeindlicher Lobbyist – jo, so spielt das Leben.
Nach 45 Minuten monotoner Wartezeit, in welcher ich die Deckenbeleuchtung und das Teppichmuster inspizierte, trat er herein, der Newi-Guru in Weiß, die goldarmbanduhrgewordene Lichtgestalt der Parawissenschaften, der Herr S. Er begann alsbald mir sonderliche Dinge zu erzählen, über die Erfolge der langjährigen Forschung (seit 2006), die Erfolgs- und Zufriedenheitsquote (82,3 %), die Ganzheitlichkeit der Beratung (weniger ans Geld denken, mehr an die Menschen) und letztlich auch über einen sensationellen Nebeneffekt des Newi-Codes: durch die Bildung von Millionen von neuen Hirnzellen und neuronalen Verknüpfungen würde das Kommunikationsproblem zwischen Immunsystem und Limbischen System gelöst – dies könne sogar die Krebsforschung revolutionieren, denn nun könne das Immunsystem den falschen Zellen am falschen Ort ja mitteilen, dass sie aufhören sollen zu existieren.
Eine halbe Stunde lang redeten wir ganz nett, ich versuchte an Infos zu kommen, an Fakten, an Namen, denn genau dies ist sonst nirgends zu bekommen, nicht auf der Homepage, nicht in Foren oder sonst wo im WWW. Ich hatte keinen Erfolg.
Als er kurz den Raum verließ, um ein paar interessante Papiere zu besorgen, dachte ich insgeheim bei mir: „Na, was kommt jetzt? Es handelt sich doch um ein Schneeballsystem? Um reine Kundenanwerbung?“ Doch weit gefehlt: Herr S. legte mir einen Gesellschaftervertrag auf den Tisch, mein jährliches Einkommen würde 120.000 € betragen – wow! Doch nicht so schnell: ja, Newi-Code will seine Forschungs-/Gesundheitsabteilung ausgliedern, in eine eigene Gesellschaft, würde 10 % Anteil behalten, der Rest käme von privaten Sponsoren, das Grundkapital der neuen Gesellschaft würde 400 € (vierhundert!) betragen und ich wäre für alles unbeschränkt verantwortlich. „Unbeschränkt“ – kein Wort von „e.V.“ oder „GmbH“, kein Stellvertreter, keine Mitarbeiter, nichts! Die Gesellschaft würde da gegründet werden, wo ich will, man würde mich in ein kostenloses Newi-Code-Seminar setzen und fertig. Ich mache ein bisschen PR, werbe Kunden an, und dafür gibt’s 10 Riesen im Monat, einfach so, weil ich ja Politologe bin.
Gehirnwäsche ick hör Dir trappsen?
Möglich, aber interessanter ist sicher die wirtschaftliche Seite: ich werde zum Gesellschafter einer neuen Gesellschaft, Newi-Code lagert Schulden in diese aus, ich bin verantwortlich, unbeschränkt haftbar und darf daher blechen, wenn was schief geht. Der Staat schaut in die Röhre, die Gläubiger auch und über mir rauscht das Damoklesschwert der Insolvenz in Windeseile herunter.
Es fielen nicht ein einziges mal Worte wie „Pharmareferent“, „Verkauf“, „Apotheke“ oder „Provision“, nö, ich wäre nur ein Schuldenbüßer und das war’s.
Machen Sie sich mal den Spaß, lieber Leser, und googlen oder bingen Sie nach dem Newi-Code und was sich dahinter verbirgt – sie werden nichts finden.

Irgendwie war ich dann auch nicht enttäuscht, als ich 4 Tage später eine Mail bekam, in der mir der Guru mitteilte, dass ich leider nicht den Job bekäme. Schade aber auch, ich wollte schon immer mal 120.000 € bekommen, Gerichtssäle von der Anklagebank her sehen und bis an mein Lebensende Schulden begleichen, die ich nicht verursacht habe. Ja, das Leben ist wirklich ungerecht.

MFG IVI

PhysX oder nicht?

29. Januar 2010

Vor Jahren kam eine kleine Firma namens Ageia auf eine interessante Idee: Physik-Beschleunigung in Spielen und Anwendungen durch eine extra hierfür konzipierte Karte. OK, die hatte ein PCI-Interface, war teuer, kaum eine Anwendung unterstützte die Technologie, aber hey: kommt Zeit, kommt NVidia und kauft den Laden auf., kommt Spiel, kommt Unterstützung.

Öhm, nein! Naja, also vielmehr “Ja, aber…”, denn so nett die Idee auch war, sie krankt noch immer. Habe mir zum Spaß mal den PhysX-Benchmark von DarkVoid runtergeladen, meine GTX260 ist ja flott und sollte ihre Muskeln spielen lassen können.
Ergebnis? Mit PhysX (auf Stufe “niedrig” wohlbemerkt!) knapp 40 FpS im Durchschnitt, minimal noch erträgliche 27.
Ohne Physik: rund 130 FpS im Durschnitt, minmal satte 95.

Noch Fragen Kienzle?
Ja, Hauser, was passiert nun eigtl. mit PhysX?
Tja, Kienzle, das will ich mir nicht ausmalen.

MFG IVI

Sarkasmus ist …

17. September 2009

… wenn Du dann noch feststellst, dass es keine DVD war, sondern ein Cam-Mitschnitt.

MFG IVI

Ironie ist …

17. September 2009

… wenn man ein DVD-Image saugt, welches aus 43 RARs besteht, die wiederum jeweils 3 RARs enthalten, welche dann nicht zu einem ISO entpackt werden, sondern zu einer DVD-Struktur, die dann geshrinkt werden muss, um sie danach mit AutoGK zu komprimieren.

MFG IVI

Physikstudenten …

19. Juli 2009

Es gibt da eine ganze besonderes Spezies, ja, es ist eine Spezies für sich, denn Physikstudenten sind einfach unvergleichbar, die passen zu gar nichts, vor allem nicht zu Sinn und Verstand.

Was würden Sie machen, wenn in ultimativer Nähe ein schöner Park wäre, mit saftigen, grünen Wiesen, mit Grillplätzen und mit Beachvolleyballfeldern? Wenn Sie dort hingehen, sind die ein Mensch. Wenn Sie auf dem Parktplatz vor der Fakultät sich den Ball hin- und herknallen, sodass es weithin scheppert, dann sind Sie Physikstudent.

Was würden Sie machen, wenn Sie eine kleine Party veranstalten wollen und über einen Garten samt Laube in einer hübschen Kleingartenanlage verfügen? Wenn Sie diese nutzen würden, dann wären Sie ein Mensch. Wenn Sie aber direkt vor der Fakultät, auf einem 5m breiten Rasenstreifen feiern, dann sind Sie Physikerstudent.

Was, wenn zu Ihnen ein Vertreter des Studentenwerkes kommen würde, der Sie darauf hinweist, dass die Musikanlage extrem laut is und es zwischen 2 hässliche, großen Gebäuse heftig hin- und herschallt, wenn Sie sich mit diesm Vertreter auf 50cm Entfernung nur schreiend “unterhalten” können, weil es eben so laut ist? Wenn Sie die Anlage drosseln würden, wären Sie ein Mensch. Wenn Sie sagen würden “Nee, sind wir nicht, kommt vom Wohnheim.”, dann sind Sie ein Physikerstudent.

Was, wenn Sie sagen würden, dass ab 22:00 die Musik auf Normalniveau gedrosselt werden würde? Tja, wenn Sie dies täten, wären sie ein Mensch, wenn Sie das nicht tun, sind Sie Physikstudent.

Was verstehen Sie unter einer “Party”? Grillen? Hintergrundbeschallung? Angenehme Gespräche? Weizenkaltschale schlürfen? Vll. einen Cocktail? Das ganze in netter Atmosphäre? Ja? Nunja, ich auch. Wenn Sie sich aber auf unbequeme Stahlgitterbänken sitzen, die keine 10m von der Fakultät, in der Sie täglich x Stunden hocken, entfernt sind und den Subwoofer voll aufdrehen, brüllend Flaschen rumwerfen, ja dann sind Sie Physikstudent.

Wenn Sie im Studentenclub feiern, samt Grill und allerlei köstlichen Getränken, sind Sie ein Mensch. Wenn Sie stattdessen 10m weggehen, am Eingang zu einem grpßen Wohnheim rumlungern, alles vollräuchern, hunderte Zigarettenkippen auf den Boden werfen, nicht den Aschenbecher in 80cm Entfernung nutzen, Billigbier saufen, Flaschen zerdeppern, rumgröhlen – japp, dann sind Sie Physikkstudent.

MFG “Physik zu studieren macht doooof!” IVI

Studenten …

15. Juli 2009

Viele Mitglieder der “angehenden Elite” erwecken bei mir so gar keinen guten Eindruck.
Wenn man Studi ist, hat man ja mindestens mal das Abitur, also 12 Jahre Schule hinter sich, erfolgreich abgeschlossen, das “Denken” sollte einem daher nicht fremd sein, doch beim Konjunktiv bleibt es leider sehr sehr oft.

Die Deckel von Müllcontainern zumachen, damit es nicht reinregnet? Ach, wozu denn?
Nicht nachts um 2 lautstark am Fahrradständer vorm Wohnheim über Fußball diskutieren? Wann sonst?
Grafitti an die Hauswände? Ja, das muss natürlich sein.
In die Wände der Waschküche dumme Sprüche ritzen? Aber natürlich!
Aus dem Fahrradkeller Räder klauen? Na logo!
Auf einem Parkplatz Volleyball spielen, wo doch der tolle Park samt passenden Plätzen nur 50m entfernt ist? Viel zu weit!
Werbung im Briefkastenraum durch die Gegend schmeißen? Ja nur so geht’s!
In der Prüfungszeit nach Mitternacht Böller und Raketen aufs Wohnheim abfeuern? Spaß muss sein!
Sagen, man wäre nicht laut, dabei aber Schreien müssen, weil die Anlage auf Vollgas läuft? Logik rockt!
Morgens um 4 den Glascontainer füllen? Muss sein!
Kühlschrank im Partyraum ausschalten, wenn er nicht benutzt wird? Warum denn?
Auf einem Umfragebogen zur Wasser-Quali bei “Zimmer” die Hausnummer eintragen? Na was denn sonst?
Kollegen nach Kontaktadresse des Studentenclubs fragen, statt einfach 3 Etagen runter zum Club zu gehen? Wo ist das Prob?
In die Bio-Tonne Tetrapaks schmeißen? Ach, das ist nicht Bio?
Braunes Glas in den Weißglascontainer werfen? Bissle Farbe tut immer gut!
2 Monate den “Bitte entfernen”-Sticker auf dem Schrottrad ignorieren und dann meckern, wenn das Rad verschrottet wurde? Jaaa!
Sich wundern, warum sich Nachbarn beschweren, weil man auf einer peruanischen Kistentrommel (!) übt? Unklar, ey!
Als Austauschstudent als allererstes einen Subwoofer kaufen? Na, man muss Prioritäten setzen!
Jeden Monat wegen Überschreitung des Traffic-Limits gesperrt werden? Es sind doch nur 20GB, heul!
Trotz dutzender Verbotschilder das Treppenhaus zuquarzen? Verbotsschilder? Wo?
Leere Flaschen aus dem Fenster werfen. Nennt sich “Recycling”!

Ich wiederhole nochmal: es handelt sich hier nicht um “Assis”, es handelt sich um Studenten …

MFG IVI

Chemiestudenten …

08. Juli 2009

Es gibt in der Leipziger Studentenclublandschaft einen Club, der schon über 25 existiert, der ein Klassiker ist, ein gemütlicher Ort, wo ich viele schöne Abende verbracht habe, dessen Personal ich seit langem kenne und wo eigentlich (fast) immer alles glatt lief. Doch die junge Besatzung steuert das alten Schiff gen Skylla und Charybdis.

Mitte Mai wurde in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk eine Wohnheim-Party veranstaltet, es gab Gutscheine für Neueingezogene, es gab eine Tombola, Leckeres vom Grill und alkoholische Flüssigkeiten in Mengen. Da nun natürlich die Lärmschutzbestimmungen beachtet werden sollten, wurde gesagt: “Klar, ab 22 Uhr machen wir leiser”. Um kurz nach halb 1 wandelte ich zum Veranstalter und machte ihn auf sein Versprechen aufmerksam.  Sogleich fing er an zu jammern, dass die Party doch auch fürs Wohnheim wäre, dass ihn die Beschwerden ankotzen würden, dass es doch nur ein mal im Jahr vorkommen würde und überhaupt, der Club mache ja so viel fürs Wohnheim. Wie so üblich waren zu dieser Zeit nur noch die Stammgäste da, alle natürlich gut abgefüllt, die Clubmitgliede ebenso, laut am Gröhlen, die Musik machte Unterhaltungen auf mehr als 50cm Distanz unmöglich- kein Wunder also, dass es Beschwerden gb und kaum ein Wohnheimler Bock hatte, die Veranstaltung zu besuchen, auch weil ein simples Steak in Toastbrot 2€ kostete (EK = 70 Cent).

Es dauerte nicht lang, da veranstaltete der Club zusammen mit der Fakultät eine abermalige Party. Das Schema wurde beibehalten, nur eben ohne Gutscheine und Tombola, also  nur mit Saufen und Fressen, dafür aber mit einer noch lauteren Anlage. Von mittags halb 2 bis nachts um 2 ging die “Party”, natürlich wieder mit Gröhlen, Alkoholleichen und vielen Beschwerden. Die Unterhaltungsdistanz lag bei geschätzten 10cm.

Wiederum vergingen nur wenige Wochen und es fand eine Doktorantenfeier statt, direkt im und am Club. Die Lautstärke war abermals mehr als  unangenehm und als halb 1 Uhr nachts Blitzknalle flogen undSilvesterraketen abhoben, auf Fensterbrettern des WHs explodierten, rief ich die Polizei an. Ich war nicht der erste oder einzige, der dies tat, dennoch erschien die Polizei nicht. Bis halb 3 wurde heftig gefeiert.

Eine Woche später feierte ein Doktorant eine Privatparty im und am Club, bis zu 30 Gäste waren da, des nächstens halb 3 schlurfte ich hinaus und beschwerte mich nachdrücklich. Es war kein einziges Clubmitglied da, die waren auf Sauftour, pardon “Clubfahrt”.

Die beim StWL eingegangenen Beschwerden und Schilderungen sorgten schnell für einen bösen Brief, die Stellungnahme des Clubchefs zeugteaber nicht von Einsicht, sondern von einem Igoranzniveau unglaublicher Höhe. Ihm seien keine Beschwerden bekannt, es würde alles normal laufen. Also wenn man denkt, dass Silvesterfeuerwerk, welches am WH gezündet wird, eine Soundanlage, die weithin über die Party hinaus zu hören ist und bis weit nach Mitternacht gröhlende Stammgäste “normal” sind, dann sorgt man sich natürlich um den Geisteszustand der Verantwortlichen.

Seit letztem Jahr spart der Club einen ganzen Haufen Geld, weil das StWL viele Kosten übernimmt. Die Verkaufspreise des Clubs steigen permanent, der Alkohollevel der Mitglieder, auch des Ausschankes, wird ganz bewusst und permanent in unschöne Höhen getrieben. Der Club hat nicht einen Cent fürs WH gesponsored, tut aber doch sooo viel für die über 400 Mieter.

Am gestrigen Abend wurde nun zum x-ten Male bis weit nach Mitternacht rumgelärmt, Anwohner beschwerten sich über die Lärm- und Geruchsbelästigung (Grill, Rauch, Gras) und was wetten Sie, dass die Clubmitglieder samt Chef, der eh in einer eigenen Sphäre schwebt, von nix wissen werden? Früher gab es mal die Regel, dass jeder nur ein Jahr Chef, Kasse und Lager spielt, aber da der Lagerchef regelmäßig im Lager nächtigt, vom PC, samt Bier, bleibt er Chef, über Jahre hinweg. Die alte Besatzung unterhält nur noch Minimalkontakte zu neue, lässt sich kaum mehr sehen, viele ältere Semester reiben sich verwundert die Augen,was beim Club so “abgeht” und ich … tja, ich habe wieder was gelernt: lass nie im Geiste infantile ans Steuer eines Traditionskahns.

MFG IVI

Terminator Salvation – schnelle Erlösung

10. Juni 2009

Der Film im Kino, das Spiel auf der Zockerkiste – die Logik ist simpel und wenig verblüffend. Und “simpel” scheint auch das Motto des Spiels zu sein.

Aller Anfang ist … einfach!
Das Alter Ego auf Schirm ist John Connor, dessen Steuerung sehr spartanisch ist, es braucht nicht einmal eine Taste fürs Springen. Nachtsichtgerät, Feuer-Modi, ducken, schleichen, rennen – all dies gibt es nicht. Die logische Konsequenz daraus: man wird nicht warm mit dem Avatar, nicht mit der Steuerung, man fühlt sich permanent eingeengt.

Der Weg ist das Ziel?
Verlaufen kann man sich nicht, denn der Weg ist vorgegeben. Man ballert sich also nur von Szene zu Szene, geht hinter allerlei Objekten in Deckung, schießt, läd nach, geht weiter zum nächten Kampfschauplatz. Klingt eher wie ein interaktiver Film im Stile von Rebel Assault? Jo, ist es auch, nur eben mit rudimentärer Bewegungsfreiheit.

With a little help of my friends …
Sie kämpfen quasi nie allein, immer sind ein bis 4 Leute an Ihrer Seite. Die bewegen sich ganz nett, haben aber kein Zielwasser getrunken, sodass sie eher als Ablenkung fungieren. Ins Gras beißen sie nie, denn die Gegner sind so intelligent wie eine Schreibmaschine: es läuft ein simples Programm, was Worte wie “Attacke!” oder “Umzingeln” oder “Schleichen” etc. nicht kennt. Auf mehr oder minder großen Plätzen finden ewig lange Schusswechsel statt, denen man in sicherer Deckung auch gern mal eine halbe Stunde zusehen kann – einfach weil es geht, nicht weil es “toll” oder “sinnvoll” oder “spannend” ist. Man knallt dem Gegner eine Granate über, da beißen alle bis auf den Hunter Killer ins Endostahlgrad.

7 Gigabyte für ein Halleluja
Die Entwicklung oblag den GRIN Studios, Equity Games und Evolved Games sind die Publisher, Warner Bros. Interactive macht den Vertrieb und Rechteinhaber Halycon soll auch nicht unerwähnt bleiben. Zu jedem Beteiligten gibt’s ein Intro-Video, jedes mal beim Spielstart. Insgesamt muss man 6 mal klicken, bis man ins Spielmenu kommt. 6 – genau so viele Gegnertypen gibt es. Denn neben den T600, den Gummihaut-T600, den Spinnen, dem “Hunter Killer”, den Motorad-Terminatoren und den Wespen gibt es nix anderes. Der Harvester spielt nur eine Nebenrolle, einen T800 oder T1000 oder T-X sucht man vergebens. Einerseits will sich das Spiel an Zeit und Film orientieren, andererseits ist die Story auf Daily-Soap-Niveau, Krativität fehlt. Apropos vergebens: auch bei den Waffentypen wird man auf der Suche nach “Mehr” nicht fündig: Sturmgewehr, MG, Shotgun, Bazooka und Granatenwerfer gibt’s als Primärwaffen. Handgranate und Rohrbombe kompletieren das spätliche Arsenal. Die “5″ begleitet den Spieler bis zum Ende des Spiels, dieses kommt nämlich nach gerade einmal rund 5 Spielstunden. Kaum ist man im Spiel, ist es auch schon zu Ende – ohne furioses Finale, ohne Abwechslung, ohne Dramatik.

schnelle Erlösung
Der Spieler gewöht sich schnell an die Steuerung, ans nicht abwechslungsreiche Spiel, an die Gegner, die faulen Kameraden und daher kann man sehr wohl von einer “Erlösung” sprechen. Mein Tipp: leihen Sie sich das Spielchen für einen Nachmittag aus oder kaufen Sie sich eine gescheite Pizza, da bekommen Sie mehr “Spaß” fürs Geld.

MFG IVI