Leckere Dinge, die eklig aussehen (Teil 6)

14. Januar 2012

Auch in 2012 gibt’s wieder Schmackhaftes, was so überhaupt nich danach aussieht. Los geht es mit Maultascheneikäsematsch.

Maultascheneikäsematsch

Man nehme eine Packung Maultaschen (Füllung: Schweinefleisch & Spinat) aus dem Kühlregal des präferierten Supermarkts, schneide die einzelnen Maultaschen in 4 bis 8 Stücke und gebe sie samt einer kleingewürfelten halben Perlzwiebel in eine mit einem Schluck Öl versehene Bratpfanne.  Während dies schön vor sich hinbrutzelt, schlägt man zwo Eier in eine Tasse oder Schüssel, gibt mindestens 50 Gramm Reibekäse hinzu (Gouda oder Edammer z.B.), verrühert den Schleim gut mit zwei Prisen Salz, einer Prise bunten Pfeffen, etwas süßen Paprika und Dill und/oder Basilikum. Haben die Zwiebeln eine mittlere Bräunung angenommen, klatscht man den Käse-Ei-Matsch darüber, vermengt alles gut und lässt es so lange braten, bis die gewünschte Bräunung erreicht ist.

Leckere Dinge, die eklig aussehen (Teil 5)

22. Oktober 2011

Heute: “Gretschnewaja Kascha”

Kascha

Ausnahmsweise nicht von mir verzapft, sondern ein altes, russisches Gericht: Buchweizengrütze. Aus der Dose, dazu etwas Salz, eine Prise bunter Pfeffer, ein Schuss Wasser (oder Milch) und etwas Dill und/oder Petersilie. Ein Stück Butter in der Masse zerlaufen zu lassen, ist auch eine gute Idee, dies sorgt nämlich für etwas mehr Cremigkeit, zudem glänzt der Brei dann auch noch etwas. Traditionell passt ein Brotkanten dazu, eine Scheibe getoastes Malfa-Brot geht aber auch.

Leckere Dinge, die eklig aussehen (Teil 4)

10. Juli 2011

Heute: “Schinken-Eiomlett-Brot”

Rachtih

Brotscheiben nach Gusto auf Backpapier legen, zwo rohe Eier drüberklatschen und den Matsch gleichmäßig verteilen. Etwas mit Salz und buntem Pfeffer würzen. Danach Schinkenfetzen drauflegen, alles bei ~ 180°C etwa 10 Minuten in den Backofen schieben und anschließend noch mit etwas Paprikapulver würzen.

Kinderfeindliches Deutschland

18. Juni 2011

Kinder sind auch nur Menschen – allerdings eben unfertige.
Eltern sind auch nur Menschen – allerdings eher fertig im Sinne von kaputt, groggy, matsch.

Gern wird ja Deutschland als ein kinderfeindliches Land dargestellt, die Reproduktionsquote ist die niedrigste in ganz Europa, knapp schlechter als im katholischen Polen, wo einst zum Besuche Papst Benedikt XVI Kondom- und Tamponwerbung entfernt wurde, die Betreuungsquote in den Kitas ist mau, die Einrichtungen gehen am finanziellen Krückstock, Erzieher sind schlecht bezahlte, stets kurz vor dem Burnout stehende Idealisten, Lehrer gehen früher in Rente als Straßenbauarbeiter oder Unfallchirurgen, und sollte irgendwo ein neuer Spielplatz geplant sein, können Sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Proteste nicht lange auf sich warten lassen. Schuld sind immer die Kinder, denn die schreien und heulen ja permanent rum, werfen sich auf den Boden des Supermarktes, wenn sie kein Ü-Ei bekommen, haben immer was zu motzen, speziell wenn sie vor Mitternacht in Bett sollen und es nicht jeden Tag Pizza, Pommes, McIrgendwas und ein neues Handy gibt …

Samstag mittags den ÖPNV zu nutzen, birgt ein gewisses Risiko, nicht etwa Rentner oder Schulkinder aber sind das Problem, sondern Kinderwägen! Ja,  auch die Transportmittel der nervigen Blagen sind schon Grund genug, an die Decke zu gehen.  Das große Einkaufszentrum auf der Grünen Wiese ist nur via Bus zu erreichen, selbiger weist mittig einen Stellplatz für zwo Kinderwägen auf – was glauben Sie, was passiert, wenn dieser Platz tatsächlich mal dafür genutzt wird, wofür er angedacht ist? Sie denken jetzt: “Naja, nix?” – Sie haben Unrecht! Frühen waren Kinderwägen funktionale Transportmittel, sie nahmen das Kind auf, vll. noch einen Beutel Einkäufe, heute sind es Hightech-Monster, die größer sind als ein Smart, schwerer als ein Sumoringer, komfortabler als ein alter Maybach. Deswegen nehmen sie mehr Platz ein, als es die Ingenieure vor Jahren, als der Mercedes-Bus gebaut wurde, es errechnet hatten.  Deshalb nun wiederum wird es eng in der Mitte des Busses, doch statt die jungen Mütter zu fragen, ob sie sich mal kurz dünnmachen würden, statt sich an den Wägen vorbeizuschlängeln, tendiert der arme ÖPNV-Gast dazu, murrend,  knurrend, sardinendosenartig zu verharren und sich bis zum Ausstiege innerlich darüber aufzuregen, was es doch für eine Schweinerei mit dem Platz sei, um dann am Zielort böse Blicke zu werfen und einem entspannt den Klängen von Tunnel Trance lauschenden, gerade auf dem Wege zur neuen Laser-Maus befindlichen Politologen das Leid von der Ungerechtigkeit der Welt zu klagen. Dass eben dieser Politologe sich die ganzen, uuuuuunendlichen langen 9 Minuten köstlich amüsierte und nur mit Müh’ nicht in ein Lachen ausbrach, weil er den Slapstick, die Realsatire der gebotenen Unfähigkeit zu einer gescheiten Kommunikation kaum glauben konnte, wurde natürlich nicht wahrgenommen, und als er sich dann kopfschüttelnd abwendet, wird dies als doppelte Ungerechtigkeit empfunden.

Ich frage mich auch jetzt noch, wie es dazu kam, dass im Heck des Busses ein Dutzend Plätze vakant blieben, obwohl nur zwo junge Mütter samt Kinderwägen im Wege zum geruhsamen Platz standen. Ist es zu viel erwartet, dass die Mütter kurz Bäuche und Brüste einziehen? Dass sie mit dem Einladen der Kinderwägen vll. eine halbe Minuten warten, damit die anderen Fahrgäste bis zu den hinteren Sitzreihen vordringen können? Dass die stehenden Fahrgäste simpel und zeitsparend um eine kleine Kooperation bei der Passage bitten? Dass jene, die eine 2er-Sitzbank mit Rucksack oder Handtasche in Gänze okkupieren, das Anhängsel auf ihren Schoß nehmen, um somit einen Sitzplatz freizugeben? Dass der Fahrer eine kleine Durchsage macht?

Es ist nicht die Aversion gegen die unfertigen Menschen, es ist die Aversion gegen die fertigen Menschen, die dafür sorgt, dass Deutschland so kinderfeindlich erscheint.  Fertig sind die Menschen – allein mit den Nerven. Nicht ob schreiender Kinder, sondern ob der Tatsache, dass deren Eltern nicht befähigt sind, den Kindern ein gescheites Verhalten zu lehren, auch und vor allem weil sie es selbst nie gelernt haben. Die Quote der unentdecken Genies steigt ins Unermessliche, Schuld sind stets die anderen, die eigenen Kinder aber sind “gut gelungen, nur ein bisschen faul und vielleicht ein bisschen wild”. Potenzial gibt’s immer unendlich viel, aber die Kinderfeindlichkeit hier in Deutschland verhindert halt alles … und immer … und so … und überhaupt … und vor allem …

Guten Morgen Bürger, wem willst Du heute in den Podex treten? Trittst Du noch oder denkst Du schon? Wann wirst Du einsehen, dass es keine Kinderfeindlichkeit, sondern eine simple Menschenfeindlichkeit gibt?

Sie denken, die Erde könnte in 20 oder 30 Jahren massiv an einer Überbevölkerung leiden? Wenn Sie bei dieser Meinung bleiben wollen, meiden Sie den ÖPNV!

Sommerhass im Frühling

17. Mai 2011

Zugegeben, bei aktuell 13°C samt Nieselregen kommt natürlich kein “Sommerfeeling” auf, selbst der Frühling scheint momentan eine Pause einzlegen, aber das war in den letzten – tja, zig tausend Jahren ja nicht anders, um wie jedesmal wird dann doch letztlich der Sommer zuschlagen.

Was war das Gejammer im Winter groß: die frostigen Temperaturen, der Schnee, der öffentliche Nahverkehr – alles durchaus Gründe, über welche man hier und da mal unglücklich sein kann, doch schon der Philosoph Bernd Brot wusste genau, dass es nicht besser werden wird. Das Zerrupfen der Lichtgestalt zu Guttenberg ließ kurzzeitg die Hoffnung erblühen, auch der Niedergang der FDP erfreute den denkenden Menschen, doch das sind Kleinigkeiten im Vergleich zur Katastrophe in Fukushima und zum TV-Programm in der Jahreszeit der kurzen Nächte. Die Programmmacher wissen ganz genau: an Sommerabenden sitzt der Mensch weniger vor der Glotze, sondern eher im Biergarten, im Schrebergarten, auf dem Balkon oder steht auf einem Open-Air-Konzert, und natürlich wird dann über laute, feierfreudige Nachbarn geflucht, über laute Musikanlagen, über Mücken und Stechviecher mannigfaltiger Art, über frische Hundekothaufen auch abends um 10, über langsam die Straßen entlangtorkelnde und dabei selbstverständlich gröhlende Alkoholkonsumenten, über miese Luft in Bussen und Straßenbahnen usw. usf. – tja, der Mensch kann sich immer über etwas aufregen. Dies liegt aber weniger am Wetter als vielmehr an der dominanten Spezies unseres Planeten. Fahhraddiebstähle nehme im Sommer zu, Kneipenschlägereien sowieso, Ruhestörungen sind auch häufiger bei 25 Grad über Null statt bei 10 Grad unter Null festzustellen – und woran liegt das? Na am TV-Programm, denn im Sommer, wie die Programmmacher ja ganz genau wissen, laufen in der Glotze ja eh nur Wiederholungen. Das Sommerloch gibt’s nicht nur in der Politik, sondern auch auf dem Bildschirm – mit tragischen Folgen! Seit gestern Abend sind mindesten 10 Millionen US-Amerikaner vollkommen fertig mit der Welt, sind desillusioniert, dies liegt am Staffelfinale von “Castle“, dessen frustrierender, gemeiner, unmenschlicher Cliffhanger schmerzt wie Sonnenbrand, den man mit heißem Tee löschen will. Im deutschen TV wird man (mit zweimonatiger Verzögerung) zwar mit synchronisierten Folgen versorgt, aber ein echter Castle-Fan ärgert sich dann eher über die teils sehr unpassende Synchro. Wann die vierte Staffel läuft, ist noch nicht einmal klar – a true desaster! Auch “Bones” und “Lie to me” sind in der Sommerpause, womit auch Millionen deutsche Fans dieser Serien nun fortan zombiehaft versuchen müssen, den Sommer zu überleben. Wünschen wir ihnen alle Kraft und alles Glück dieser Welt! Lasst euh nicht hängen, der Herbst wird kommen!

Paradedilemma Osama

04. Mai 2011

Der Tod des Top-Terroristen bringt viele Menschen zum Jubeln, doch ad hoc heben Moral-Institutionen den warnenden Finger und während sich die Kanzlerin über den Tod bin Ladens “freut” und immer mehr Details über die Aktion der Navy Seals bekannt werden, springen (Un)Beteiligte von einem Dilemma ins andere.

Bedenken wir kurz den Hintergrund: die US-Regierung baute bin Laden auf, damals als anti-kommunistische Bastion gegen die UdSSR, als Guerilla-Armee in Afghanistan. Dass man aus dem Wahnwitz um den Schah von Persien nichts gelernt hatte, wird gern vergessen, auch z.B. dass die SPD-Politikerin Hertha Däubler-Gmelin einst ihren Hut nehmen musste, weil sie etwas sagte, was in Politologenkreisen niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholt: seit Beginn des 20. Jahrhunderts machen die USA Politik mit und durch die Außenpolitik und dies in einem Maße, welches kaum eine andere Nation sich wagt; mit der Außenpolitik wird von der Innenpolitik abgelenkt, statt Infrastrukturmaßnahmen gibt es Kriege – das macht Hitler in seinem 3. Reich wie auch und vor allem G.W. Bush. Es hat nichts mit political correctness zu tun, sondern mit der Politologie, speziell dem Sektor der internationalen Beziehungen. Dass die USA ganz spezielle Beziehungen haben, wurde durch die Arbeit der CIA in Laos und Nicaragua schon prächtig aufgezeigt, was der Regierung der freien Welt nicht passt, wird “geändert”. “9/11″ ist der Fall aller Fälle im 3. Jahrtausend, es war die Einladung schlechthin für eine Wirtschaftsmacht, die langsam untergeht, allein die Rüstungsindustrie boomt – was kam, musste so kommen.

Als der Tod bin Ladens verkündet wurde, gab es spontane Jubelfeiern auf den Straßen in den USA: Rache, Sühne und Genugtuung überlagerten mal wieden den Verstand, denn keines der Opfer von 9/11 wird dadurch wieder lebendig.

Als auf der Pressekonferenz des Außenministeriums bekannt gegeben wurde, dass bin Laden unbewaffnet gewesen sei, als er erschossen wurde, hielt sich Außenministerin Hillary Clinton die Hände vor Gesicht, entsetzte Augen waren dennoch zu sehen. Dass der “Zugriff” in Pakistan erfolgte, wurde gar nicht erst besonders beachtet – was US-Soldaten dort zu suchen haben, wurde nicht geklärt, die Antwort hierauf (im Wortsinne) lautet natürlich “bin Laden – what else?” Die US-Regierung lässt in einem Atommachtsgebiet operieren – das ist neu! Die Statements der Pakistani sind bis dato (!) noch sehr zurückhaltend, es erinnert ein wenig an die Spiegel-Affäre, als unter Mithilfe der Franco-Dikatur in Spanien der leitende Redakteur des Artikels (Conrad Ahlers) von einem deutschen (!) Oberst gefasst wurde.

Seit 2009 beschäftigt sich die CIA mit der Villa, in welcher bin Laden erschossen wurde, diese liegt kaum zwei Kilometer von einer pakistanischen Armeestation entfernt – der Millionärssohn wollte scheinbar nicht in eine Höhle, das überließ er Ungläubigen wie Saddam Hussein, bin Laden wollte bequem leben, das war er ja gewohnt, allein es half jedoch nicht: genau wie bei Saddam kam es nicht zu einer Gerichtsverhandlung in Den Haag, ja noch nicht mal zu einer Gerichtsfarc, es wurde stattdessen ganz kurzer Prozess gemacht. Warum bin Laden nicht entmystifizieren, ihn im Gerichtssaal vorführen, als ganz normalen (wahnsinnigen!) Menschen darstellen und dann zivilisiert verurteilen? Warum ihn ad hoc zum Märtyrer machen? Was hat die US-Regierung zu verbergen? Stattdessen wurde es ein ganz simpler Mord verübt, aus niederen Beweggründen: aus Rache. Im Gegensatz zum Irak hat die USA keine Herrschaft über die pakistanische Gerichtsbarkeit, der Internationale Gerichtshof wird von den USA nicht akzeptiert – traurig, aber logisch, dass es so kam wie es kam.

Darf man sich über den Tod eines Menschen freuen? Christliche Gedankenabsonderer üben Kritik an den Freuden-Reaktionen, okkupieren mal wieder für sich, die Moralinstitution schlechthin zu sein, man dürfe sich nicht freuen – wieso? Wenn am 8. Mai 1945 die Deutschen auf der Straße getanzt hätten (was vereinzelt vorkam, so noch Kraft vorhanden war), wären dann die Kardinäle und Bischhöfe auch pochend auf das “unteilbare Lebensrecht” (Martin Lohmann, Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU) mit erhobenem Zeigefinger (“nie Grund zur Freude”) in die Medienwelt gesprungen? Wenn Siegfried Kauder (Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag) von “mittelalterlich” spricht, hat er recht – und was war im Mittelalter populär? Die Kreuzzüge, die Inquisition – samt Feierlichkeiten mannigfaltiger Art. Die christliche Geschichte zu verdecken, v.a. auch die Tatsache, dass es lange vor der Erfindung von Gott, Bibel und Monotheismus schon das gleiche Verhalten gab?

Die Angst vor Racheaktionen der Islamisten ist groß, Hydra hier, Terrorzellen da, Wahlkampf in den USA und das am Ende des Jahres auslaufende Anti-Terror-Gesetz – Dilemmamarathon in Perfektion! Es alter Mann, ein weiser, schrieb einst: “Ist der Karren erst im Dreckt, bekommt man ihn nicht heraus, ohne sich dabei schmutzig zu machen.” Heute könnte man, HighTech sei Dank, aus der Ferne den Karren ziehen, dazu bedarf es aber der Intelligenz und dem Willen, die alten Denk- und Handlungsmuster abzulegen, in der mittelalterlichen Rachewelt von heute, in welcher wirtschaftliche und politische Interdepenzen omnipräsent sind, ist dies aber nicht möglich.

Assassin’s Creed Brotherhood – die Brüderschaft der Ignoranz

19. März 2011

Ubisofts überaus erfolgreiche und sehr oft gelobte Spiele-Serie “Assassin’s Creed” hat gerade zum dritten Mal ihren Weg auf den PC gefunden, doch auch die aktuellste Auflage ist bescheiden gelungen, wenn es um den Punkt der gescheiten Maussteuerung geht, außerdem wurden viele Kritiken an den Vorgängern gekonnt ignoriert – und ohne auch nur ein Review gelesen zu haben, bin ich mir sicher, dass es wieder Awards regnen wird.

Ich habe die beiden ersten Teile bereits gespielt, sogar bis zum bitteren Ende, und war mir gar nicht so sicher darüber, ob ich mir den dritten Teil antun will – ich machte es doch – und bereue es.

Kaum war mein Alter Ego Ezio in Rom, der diesmalige Schauplatz, sah ich einen Bettler, der neben einer Schatztruhe stand. Ich stellte mich vor den NPC und war kurz davor, ihn für seine Dummheit zu bestrafen, da kamen ein paar Waschweiber auf mich zu und bettelten aufdringlich. Ich ging zur Schatztruhe, plünderte sie und flüchtete auf die Dächer. Man mag über die Italiener des Mittelalters ja denken was man mag (das gilt auch über die der Berlusconi’schen Neuzeit), aber so blöd kann kein Mensch sein – aber scheinbar ein NPC anno 2011.

Nach rund drei Spielstunden, ich gewöhnte mich so langsam wieder an das Gameplay, unterbrach ein Bluescreen jäh mein Gemetzel. Ich war ob dieser Unterbrechnung nicht amüsiert, vielmehr aber als die kleine Pause aber brachte mich die Tatsache, dass tatsächlich die Spielstände ins Nirwana gejagt wurden, auf die Palme. Nachdem ich am folgenden Tage vom Baume des Frustes herunterstieg, widmete ich mich des Problems erneut: kaum war Brotherhood erschienen, legte Ubisoft einen Patch nach (1.1), der u.a. das Problem des Crashes beheben soll. Aufgrund der idiotischen Spielstandspeichertechnik, die Ubisoft schon bei Formula1 2010 viel Kritik einbrachte, ist es nicht möglich, den Spielfortschritt zu retten. Die automatische Speicherung samt der nichtvorhanden Export- und Import-Funktion darf man ganz klar als absolute Dummheit bezeichnen. Dem ernsthaftenund dem vorsichtigen Spieler sei geraten,  im Anwendungsdatenverzeichnis des Benutzerkontos stets manuell Kopien anzufertigen.

Im weiteren Verlauf des Spieles begegneten mir abermal die an unmöglichen Stellen angebrachten Steckbriefe.  Im zweiten Teil hatte ich mich schon gefragt, welchen Sinn es haben soll, einen Steckbrief hoch oben in einer Ecke, in welcher allerhöchsten ein paar Tauben eine Verschnaufpause einlegen, anzubringen und ob es dem Spiel nicht etwas mehr Reiz geben würde, wenn man gezwungen wäre, des Nächstens auf den Marktplatz zu schleichen, um dort dann flink und flott die Steckbriefe zu entfernen, doch diese Frage verwarf ich kurze Zeit später, als ein zu eliminierender Hauptmann durch die seltsamen Ausprägungen von Steuerung, Bewerbung und KI ins Wasser plumpste und darauf hin ad hoc sein Leben verlor. “Man darf nicht zu viel erwarten!” grummelte ich vor mich hin.

Ja, die Steuerung … also der Sound ist klasse, die musikalische Untermalung stimmig, auch die Grafik und die Story sind zu loben, ebenso die Systemanforderungen, aber die Steuerung – puh, nein Ubisoft, das habt ihr wirklich nicht verstanden! Die Kamera ist stets wacklig, wechselt spontan von umgebungsabsolut zu umgebungsrelativ, es gibt keine Seitenschritte, kein Rückwärtsgehen, außer man ist im Kampfmodus, welcher sich aber nicht beenden lässt, sodass man nicht einfach mal den Ring der Gegner durchbrechen und flüchten kann, sondern die Horden an Gegner niedermetzeln muss. Das nun wiederum ist aufgrund der Kameraperspektiven, einer nicht nachvollziehbaren Auslegung der Gegnerfokussierung, des daraus resutierenden wilden Drehens und Schwenkens, Wackelns und … puh, nein, kurz gesagt: es so dermaßen übel, dass letztlich keine Präzision und keine Taktik möglich und keine Übersicht zu bekommen ist. Selbst Sprungszenen werden verdorben, besonders wenn sie nicht geradlinig sind, obwohl die ganze Sprungsteuerung schon extrem einfach ist, ohne Timings oder Tastenkombinationen auskommt. Da sieht man das Dilemma ganz deutlich: die Kamera ist nicht einmal C-Movie-reif, deswegen muss die Steuerung so grausam vereinfacht werden. Da die Konsolenspieler mir einer umgebungsrelativen Steuerung überfordert sind, Strafen und Rückwärtsgehen nicht kennen, muss der PC-Spieler auch darunter leiden. Dass die 16:9-Auflösung auch noch das Sichtfeld einschräkt und somit für noch weniger Übersicht sorgt, rundet das scheußliche Bild dann ab.

Dass Ubisoft mit PC-Titeln nur einen kleinen Teil des Umsatzes generiert, verwundert nicht. Optimierungen, Anpassungen, Abwechslung, einsicht … alles Fehlanzeige. Auch bei AC:B muss man wieder unzählige Male die gleichen Dinge erledigen (64 Läden eröffnnen!), über 20 Hauptmänner töten und dann jeweils den Wachturm abbrennen,usw. usf. Viele Spiele bieten kaum mal 10 Stunden Spielzeit, AC:B wohl locker 30, rechnet man aber die Wiederholungen heraus, bleiben vielleicht noch 5 Stunden übrig.

Kilobyte, Megabyte, Gigawatt

16. März 2011

Es gibt rhetorische Dampfwalzen in der Politik – ein F-J Strauß wurde einst als solche bezeichnet. Es gibt wahre Leuchten in der Politik – mir will nur keine einfallen. Nur leicht glimmende Birnchen gibt es wahrlich zur Genüge, Politiker, die nicht wissen, wovon sie reden, wir erinnern uns an Grandmaster Stoib3R, aber es gibt auch solche, die ob der Mannigfaltigkeit der technischen Begriffe der Moderne einfach mal den Überlick verlieren und im feinsten Politikerernst Kernkraftwerkskapazitäten mit Festplattenkapazitäten verwechseln: Cem Özdemir und die Kapazitäten. Es sei ihm verziehen, wie alles, denn wer Koteletten trägt, ist einfach kuhl! (oder?)

Leckere Dinge, die eklig aussehen (Teil 3)

13. März 2011

Heute: “Cevapcici-Kidneybohnen-Eintopf”

Rachtih

Kidneybohnen in eigener Soße kurz (2 – 3 Minuten) vorkochen, große Dose Cevapcici-Eintopf oder zwo -schälchen mit 150ml Wasser samt Kräuterquark und etwas Soßenbinder aufkochen lassen, dann zusammenfügen. Mit Dill, Basilikum, buntem Pfeffer, Chilipulver, süßem Paprika und ein wenig Oregano abschmecken. Gern können auch Peperoni-Stückchen untergehoben werden. Dazu Kräuterbaguette oder getoastetes Mehrkornbrot servieren.

manchmal sollte man auch nicht mal mehr Phoenix schauen

08. März 2011

Sonntag, Highnoon, Zeit für den Presseclub bzw. den Internationalen Frühschoppen – zwo Klassiker im sonntäglichen Programm. Beide Sendungen sind nichts für Fans von Polit-Talkshows, weil hier Journalisten auftreten und keine Parteigenossen, wobei das eine ja das andere nicht ausschließt, aber wenn Tissy Bruns und Hans Leyendecker, Wolfram Weimer und Co. sich Wortgefechte liefern, sieht man, dass der Blick der Journalisten doch oftmals gar nicht so getrübt ist, wie man es von der Springerpresse ja gewohnt ist. Was nun aber in der letzten Sendung (6. März) zu vernehmen war, stimmt dann doch betrüblich, um nicht zu sagen “macht wütend”.

Roland Tichy, seines Zeichens  Chefredakteur der Wirtschaftswoche und in früheren Zeiten unter Kohl Mitarbeiter im Planungsstab des Kanzleramtes sowie 2004 zum “TV-Star” geworden durch seine Auftritte im Intellektuellenformat “Big Boss” (RTL, an der Seite von Rainer Calmund), kam oft und lang zu Wort – und das ist nicht gut!

Das Thema der Sendung war natürlich die Causa Guttenberg und hier äußerte Tichy nicht nur provokante Thesen, sondern er lieferte auch einen Abriss seiner Ideologie ab: er stellte die Wehrpflicht als ein “linkes Konzept” dar, weil es sich ja um eine “Armee des Volkes” handeln würde und der Adel damit ja nichts zu tun hätte. Dass nun gerade Adenauer, den wir alle ja als extremen Linken kennen, sich einst vor die Medien stellte und die Wiederaufrüstung negierte, während in Andernach am Rhein bereits die Vorbereitungen auf Vollgas liefen und ein Kurt Schumacher, ein ganz rechter Gesell, sich (wie die ganze SPD) vehement gegen eine neue bundesdeutsche Armee aussprach, und dass der Adel (in Form der Monarchie) über Jahrtausende hinweg die Armee in allen erdenklichen Formen unterstützte, gar aufbaute, weiß Tichy womöglich nicht – oder aber er ignoriert es ganz bewusst.  Annette Schavan, eine dieser “wütenden Konservativen”, wurde von Tichy als Triebfeder für zu Guttenbergs Abgang bezeichnet, gegen Oscar Lafontaine wäre zG gar ein Unschuldslämmchen, die “Linken” packte Tichy in die Stalinismuskiste, echauffierte sich über eine Doppelmoral der Medien, die sich darin zeigt, erst Politiker zu bejubeln, dann aber Konservative “grundsätzlich zu schlachten”. Tichy beschwor die Gefahr des Populismus herauf, bot anschließend unglaubliches Insiderwissen auf, in dem er sich über die vor allem in den Bereichen Soziologie, Politologie und Juristerei herrschende “grauenhafte” Qualität von Doktorarbeiten mokierte und stellte ein für alle mal klar, dass zG seine größte Leistung gezeigt hätte, als er den Krieg in Afghanistan als Krieg bezeichnete.

Es ist seit langem bekannt, dass (Volks)Wirtschafler und Geisteswissenschaftler nicht unbedingt die größten Freunde sind, sie betrachten Phänomene auf unterschiedliche Arte und Weise, mit anderen Intensionen versehen, deshalb sollte der “normale” Geisteswissenschaftler sehr vorsichtig sein, wenn er sich in die Sphäre der Ökonomie begibt, so wie der “normale” Ökonom ebenso vorsichtig sein sollte, wenn der sich der Philosophie und der Politologie annähert. Herr Tichy liefert hierfür den besten Beweis – das Trampeltier der Ökonomie plättet nicht nur Konten und Konkurrenten, sondern auch die geschichtlichen Fakten und den Glauben an die Erkenntnisfähigkeit.